Illegales IPTV.
Wann Nutzer sich strafbar machen.
§§ 106, 108, 109 UrhG · EuGH C-527/15 · §§ 374, 410 StPO · Stand: 30. September 2026
Bundesliga, Champions League und das komplette Pay-TV-Programm für wenige Euro im Monat: Hinter solchen IPTV-Paketen stehen in aller Regel keine Lizenznehmer. Nach Durchsuchungen bei Betreibern werten Ermittler inzwischen auch die sichergestellten Kundendaten aus und leiten Verfahren gegen Nutzer ein. Wir erklären, wann schon das Zuschauen strafbar ist, was konkret droht und wie Sie auf Vorladung, Strafbefehl oder Abmahnung reagieren. Entscheidend sind oft die ersten Tage.
Erstberatung vereinbaren →- Streaming aus nicht genehmigten Angeboten ist keine rechtmäßige Nutzung im Sinne der Ausnahme für vorübergehende Kopien1
- §§ 106, 108 UrhG: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
- Verfolgung grundsätzlich nur auf Strafantrag, § 109 UrhG
- Strafbefehl: Einspruch binnen zwei Wochen ab Zustellung
Das Wichtigste in sechs Punkten.
Streamen ist Vervielfältigen
Beim Streamen legt das Endgerät fortlaufend Teile des Programms im Arbeitsspeicher ab. Das Vervielfältigungsrecht erfasst ausdrücklich auch vorübergehende Kopien (§ 16 Abs. 1 UrhG).2 Ob am Ende eine Datei gespeichert bleibt, ist deshalb nicht entscheidend.
Keine Ausnahme bei illegaler Quelle
Flüchtige Kopien erlaubt § 44a UrhG nur zur rechtmäßigen Nutzung, die Privatkopie nach § 53 UrhG scheidet bei offensichtlich rechtswidriger Vorlage aus. Der EuGH hat 2017 für einen Medienabspieler mit vorinstallierten Links auf nicht genehmigte Streaming-Angebote entschieden, dass die dabei entstehenden vorübergehenden Vervielfältigungen nicht unter diese Ausnahme fallen.1
Film ist Werk, Fußballspiel nicht
Filme und Serien sind Werke, insoweit gilt § 106 UrhG. Ein Fußballspiel als solches ist nach dem EuGH kein Werk.3 Geschützt sind aber die Leistungen von Sendeunternehmen und Filmherstellern (§§ 87, 94, 95 UrhG). Eingriffe in diese verwandten Schutzrechte erfasst § 108 UrhG.
Nach dem UrhG nur Vorsatz
Der Nutzer muss die rechtswidrige Herkunft zumindest für möglich gehalten und in Kauf genommen haben. Wer einen Umstand nicht kennt, der zum gesetzlichen Tatbestand gehört, handelt nicht vorsätzlich (§ 16 StGB). Wer lediglich das Verbot nicht kennt, handelt nur bei unvermeidbarem Irrtum ohne Schuld (§ 17 StGB).
Strafantrag und Privatklage
Taten nach §§ 106 bis 108 UrhG werden grundsätzlich nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, die Staatsanwaltschaft bejaht ein besonderes öffentliches Interesse (§ 109 UrhG). Zudem sind sie Privatklagedelikte (§ 374 Abs. 1 Nr. 8, § 376 StPO). Für gewerbsmäßiges Handeln nach § 108a UrhG gilt beides nicht.
Zivilrechtliche Folgen
Unabhängig vom Strafverfahren können Rechteinhaber Unterlassung und Schadensersatz verlangen (§ 97 UrhG). Mahnen sie eine Privatperson ab, die ihnen gegenüber nicht bereits zur Unterlassung verpflichtet ist, sind die erstattungsfähigen Anwaltsgebühren grundsätzlich nach einem Gegenstandswert von 1.000 Euro für Unterlassung und Beseitigung begrenzt (§ 97a Abs. 3 UrhG).
Vom Graubereich zur Strafbarkeit
Lange galt das bloße Ansehen eines Streams als folgenlos, weil keine dauerhafte Kopie entsteht. Noch 2014 neigte das Landgericht Köln in einem zivilrechtlichen Auskunftsverfahren dieser Sicht zu, allerdings nur für Vorlagen, die nicht offensichtlich rechtswidrig hergestellt oder zugänglich gemacht wurden.4
Den Unterschied macht die Quelle. Den Empfang einer Sendung aus einem anderen Mitgliedstaat über eine dort ausgegebene Decoderkarte hatte der Europäische Gerichtshof 2011 als rechtmäßige Nutzung angesehen, weil der bloße Empfang im privaten Kreis keine durch die anwendbare Regelung beschränkte Handlung ist.3 2017 hat er dagegen für einen Medienabspieler mit vorinstallierten Zusatzprogrammen entschieden: Wer sich damit grundsätzlich freiwillig und in Kenntnis der Sachlage Zugang zu einem kostenlosen, nicht zugelassenen Angebot geschützter Werke verschafft, nutzt diese nicht rechtmäßig. Die dabei entstehenden vorübergehenden Vervielfältigungen können die normale Verwertung beeinträchtigen und sind nicht privilegiert.1 Diese Wertung dürfte sich auf bezahlte Schwarzmarkt-Abonnements übertragen lassen, wenn der Nutzer erkennt, dass das Angebot nicht lizenziert ist. Dass für den Zugang bezahlt wurde, kann im Einzelfall für die Annahme eines legalen Angebots sprechen, ein auffällig niedriger Preis eher dagegen.
Eine veröffentlichte Entscheidung eines deutschen Strafgerichts zur Strafbarkeit des bloßen Zuschauens ist uns bislang nicht bekannt. Das hindert die Einleitung von Ermittlungsverfahren nicht, lässt der Verteidigung aber Raum für rechtliche Einwände im Einzelfall, etwa zum Tatumfang oder zur Einordnung von Live-Sport.
- Vorübergehende Kopien sind Vervielfältigungen, § 16 UrhG
- § 44a UrhG nur bei rechtmäßiger Nutzung
- § 53 UrhG nicht bei offensichtlich rechtswidriger Vorlage
- Für die Strafbarkeit zählt, was der Nutzer wusste oder für möglich hielt
Preis, Umfang und Vertriebsweg sind Indizien: Je deutlicher sie gegen ein lizenziertes Angebot sprechen, desto schwerer lässt sich der Vorsatz bestreiten.
Was Nutzern droht
§ 106 und § 108 UrhG sehen jeweils Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor; auch der Versuch ist strafbar. Bei gewerbsmäßigem Handeln erhöht § 108a UrhG den Rahmen auf bis zu fünf Jahre. Das trifft vor allem Betreiber und Wiederverkäufer, kann aber auch Nutzer erfassen, die Zugänge wiederholt gegen Entgelt weitergeben.
Für einfache Nutzer bleibe es in vielen Fällen bei Geldstrafen, gegen Wiederverkäufer würden nahezu ausschließlich Freiheitsstrafen verhängt, so ein Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Wuppertal im April 2026.5 Die Geldstrafe wird in Tagessätzen bemessen, mindestens fünf und höchstens 360. Die Höhe des Tagessatzes richtet sich in der Regel nach dem Nettoeinkommen (§ 40 StGB).
Eine Geldstrafe von nicht mehr als 90 Tagessätzen erscheint nicht im Führungszeugnis, wenn im Register keine weitere Strafe eingetragen ist (§ 32 Abs. 2 Nr. 5 BZRG). Die Verfolgung verjährt in fünf Jahren (§ 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB).
- Bis drei Jahre oder Geldstrafe, §§ 106, 108 UrhG
- Bis fünf Jahre bei Gewerbsmäßigkeit, § 108a UrhG
- Geldwäschevorwurf: bis fünf Jahre, § 261 StGB
- Geldstrafe: 5 bis 360 Tagessätze, § 40 StGB
- Verfolgungsverjährung: fünf Jahre, § 78 StGB
Auch eine Geldstrafe kann in aufenthalts- oder einbürgerungsrechtlichen Verfahren Bedeutung haben. Das sollte vor jeder Reaktion mitgeprüft werden.
Vorladung, Anhörungsbogen oder Strafbefehl wegen IPTV erhalten?
Äußern Sie sich nicht, bevor die Akte geprüft ist. Wir sagen Ihnen, welche Fristen laufen.
Vom Server zum Kunden
Ausgangspunkt sind meist Verfahren gegen Betreiber und Wiederverkäufer. Bei einem Kölner Anbieter wies das Admin-Panel im März 2025 rund 4.000 registrierte Nutzer aus; nach Mitteilung der Polizei erwarten alle festgestellten Nutzer nun ebenfalls Strafverfahren.6 Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg kündigte im Juli 2025 an, dass auch die Kunden eines zerschlagenen IPTV-Angebots mit Ermittlungsverfahren rechnen müssen.7
Nach einem Bericht der dts Nachrichtenagentur vom 25. Juni 2026 hat die Staatsanwaltschaft Duisburg gegen rund 500 Nutzer gesonderte Verfahren wegen des Verdachts nach § 108 UrhG eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Köln rechnet danach nach einer Razzia bei einem Kölner Anbieter im vergangenen Jahr mit etwa 4.000 Verfahren gegen dessen Kunden, dort wegen des Verdachts der Geldwäsche nach § 261 StGB.8 Die Zentralstelle Cybercrime Bayern identifizierte nach einem Bericht von turi2 vom selben Tag, gestützt auf bild.de, mehr als 1.000 Verdächtige.9
Beim Vorwurf der Geldwäsche reicht der Strafrahmen bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe (§ 261 Abs. 1 StGB); strafbar kann dort schon sein, wer die illegale Herkunft leichtfertig nicht erkennt (§ 261 Abs. 6 StGB). Ob der bezahlte Bezug eines Streams diesen Tatbestand überhaupt erfüllt, ist eine zentrale Frage der Verteidigung.
- Wurden die Daten rechtmäßig erhoben und sind sie verwertbar?
- Lässt sich der Zugang Ihnen persönlich zuordnen?
- Welche Inhalte wurden wann tatsächlich abgerufen?
- Welcher Tatvorwurf wird konkret erhoben?
Strafantragserfordernis und Privatklageweg gelten nur für die urheberrechtlichen Tatbestände der §§ 106 bis 108 UrhG, nicht für einen Geldwäschevorwurf.
Abmahnung und Auskunft
Neben dem Strafverfahren können Rechteinhaber Unterlassung verlangen und, bei Verschulden, Schadensersatz (§ 97 UrhG). Mahnen sie eine Privatperson ab, die ihnen gegenüber nicht bereits zur Unterlassung verpflichtet ist, sind die erstattungsfähigen Anwaltsgebühren grundsätzlich nach einem Gegenstandswert von 1.000 Euro für Unterlassung und Beseitigung begrenzt (§ 97a Abs. 3 UrhG).
Zur Identifizierung von Nutzern gewährt § 101 UrhG bei offensichtlicher Rechtsverletzung oder nach Klageerhebung Auskunftsansprüche auch gegen Dritte, die in gewerblichem Ausmaß für rechtsverletzende Tätigkeiten genutzte Dienstleistungen erbracht haben. In Irland verpflichtete der High Court im März 2026 einen Zahlungsdienstleister, die Daten von 304 Abonnenten und zehn Wiederverkäufern eines IPTV-Dienstes herauszugeben; im Mai 2026 forderte Sky rund 200 mutmaßliche Nutzer auf, sich zur Unterlassung zu verpflichten.10 Eine vergleichbare veröffentlichte Entscheidung aus Deutschland ist uns bislang nicht bekannt.
- Unterlassungserklärung nicht ungeprüft unterschreiben
- Kostendeckel des § 97a Abs. 3 UrhG prüfen
- Fristen der Abmahnung notieren
- Folgen für das Strafverfahren mitbedenken
Straf- und Zivilseite beeinflussen sich: Was gegenüber dem Rechteinhaber erklärt wird, kann im Strafverfahren als Beweismittel Bedeutung erlangen.
Wenn Post kommt
Als Beschuldigter müssen Sie sich nicht zur Sache äußern; darauf ist vor der Vernehmung hinzuweisen (§ 136 Abs. 1 Satz 2 StPO). Einer Vorladung der Polizei als Beschuldigter müssen Sie nicht folgen. Erscheinen müssen Sie auf Ladung der Staatsanwaltschaft (§ 163a Abs. 3 Satz 1 StPO) oder des Gerichts (§ 133 StPO), auch dort ohne Pflicht zur Aussage. Als Zeuge müssen Sie auch bei der Polizei erscheinen, wenn der Ladung ein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt (§ 163 Abs. 3 StPO); Fragen, deren Beantwortung Sie selbst belasten könnte, dürfen Sie verweigern (§ 55 StPO). Klären Sie deshalb zuerst, in welcher Rolle Sie geladen sind.
Akteneinsicht nimmt der Verteidiger (§ 147 StPO). Erst die Akte zeigt, welche Daten vorliegen und wie sie Ihnen zugeordnet werden. Gegen einen Strafbefehl kann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden; ohne rechtzeitigen Einspruch steht er einem rechtskräftigen Urteil gleich (§ 410 StPO).
Bei einer Durchsuchung lassen Sie sich den Beschluss aushändigen, machen keine Angaben zur Sache und verständigen einen Verteidiger. Löschen Sie nach Kenntnis vom Verfahren keine Daten und vernichten Sie keine Unterlagen.
- Zuerst klären: Beschuldigter oder Zeuge?
- Keine Angaben zur Sache vor Akteneinsicht
- Vorladung der Polizei als Beschuldigter: keine Pflicht zu erscheinen
- Strafbefehl: Einspruch binnen zwei Wochen
- Unterlagen und Zahlungsbelege aufbewahren
Worauf es in der Verteidigung ankommt
Im Mittelpunkt steht der Vorsatz: Hat der Nutzer erkannt oder zumindest für möglich gehalten und hingenommen, dass das Angebot nicht lizenziert war? Preis, Umfang und Vertriebsweg sind dafür nur Indizien. Ebenso wichtig ist der Tatumfang: Aus dem Besitz eines Zugangs folgt noch nicht, welche geschützten Inhalte wann tatsächlich abgerufen wurden.
Hinzu kommen Beweis- und Verfahrensfragen: Bezeichnen die Kunden- und Zahlungsdaten sicher eine bestimmte Person? Liegt ein wirksamer Strafantrag vor oder hat die Staatsanwaltschaft das besondere öffentliche Interesse bejaht (§ 109 UrhG)? Je nach Ergebnis kommen eine Einstellung mangels hinreichenden Tatverdachts (§ 170 Abs. 2 StPO), wegen geringer Schuld (§ 153 StPO) oder gegen Auflagen (§ 153a StPO) oder der Verweis auf den Privatklageweg (§ 376 StPO) in Betracht.
- Einstellung mangels Tatverdachts, § 170 Abs. 2 StPO
- Einstellung wegen geringer Schuld, § 153 StPO
- Einstellung gegen Auflagen, § 153a StPO
- Verweis auf den Privatklageweg, § 376 StPO
Welche Lösung erreichbar ist, hängt von Akte, Vorgeschichte und Tatumfang ab. Eine belastbare Einschätzung ist erst nach Akteneinsicht möglich.
Fragen aus der Praxis.
Ist das Streamen über illegales IPTV strafbar?
Nach unserer Einschätzung ja, wenn der Nutzer weiß oder zumindest für möglich hält und hinnimmt, dass das Angebot nicht lizenziert ist. Beim Streamen entstehen vorübergehende Vervielfältigungen (§ 16 UrhG). Die Ausnahme für flüchtige Kopien greift nach dem EuGH bei nicht genehmigten Angeboten nicht (§ 44a UrhG; EuGH, Urteil vom 26.04.2017 - C-527/15), die Privatkopie scheidet bei offensichtlich rechtswidriger Vorlage aus (§ 53 UrhG). Je nach Inhalt kommen § 106 oder § 108 UrhG in Betracht. Eine veröffentlichte Strafentscheidung zum bloßen Zuschauen ist uns bislang nicht bekannt.
Welche Strafe droht mir als Nutzer?
Das Gesetz sieht Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor, bei gewerbsmäßigem Handeln bis zu fünf Jahre (§§ 106, 108, 108a UrhG). Wird wegen Geldwäsche ermittelt, reicht der Rahmen ebenfalls bis zu fünf Jahren (§ 261 StGB). Nach Aussage eines Oberstaatsanwalts der Staatsanwaltschaft Wuppertal bleibt es für einfache Nutzer in vielen Fällen bei Geldstrafen. Wer Zugänge weiterverkauft, muss mit deutlich höheren Strafen rechnen.
Muss ich einer Vorladung der Polizei folgen?
Als Beschuldigter nein. Erscheinen müssen Sie nur auf Ladung der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts (§ 163a Abs. 3 Satz 1, § 133 StPO), und auch dort müssen Sie nichts zur Sache sagen. Als Zeuge müssen Sie auch bei der Polizei erscheinen, wenn die Ladung auf einem Auftrag der Staatsanwaltschaft beruht (§ 163 Abs. 3 StPO). Vor jeder Äußerung sollte ein Verteidiger Akteneinsicht nehmen.
Wie viel Zeit habe ich nach Zustellung eines Strafbefehls?
Zwei Wochen ab Zustellung. Wird nicht rechtzeitig Einspruch eingelegt, steht der Strafbefehl einem rechtskräftigen Urteil gleich (§ 410 StPO). Ein fristgerechter Einspruch verschafft Zeit, Akte und Vorwurf in Ruhe zu prüfen.
Erscheint eine Verurteilung im Führungszeugnis?
Eine Geldstrafe von nicht mehr als 90 Tagessätzen wird nicht in das Führungszeugnis aufgenommen, wenn im Register keine weitere Strafe eingetragen ist (§ 32 Abs. 2 Nr. 5 BZRG). Bei Voreintragungen oder höheren Strafen greift diese Ausnahme nicht.
Können Rechteinhaber zusätzlich Geld verlangen?
Ja. Unabhängig vom Strafverfahren kommen Unterlassung und Schadensersatz in Betracht (§ 97 UrhG). Mahnt ein Rechteinhaber eine Privatperson ab, die ihm gegenüber nicht bereits zur Unterlassung verpflichtet ist, sind die erstattungsfähigen Anwaltsgebühren grundsätzlich nach einem Gegenstandswert von 1.000 Euro für Unterlassung und Beseitigung begrenzt (§ 97a Abs. 3 UrhG). Eine vorformulierte Unterlassungserklärung sollte vor der Unterschrift geprüft werden.
Wie wir Sie begleiten.
Verfahren gegen Nutzer illegaler Streaming-Angebote sind vergleichsweise neu, und die Staatsanwaltschaften gehen unterschiedlich vor. Wir nehmen Akteneinsicht, prüfen Vorsatz, Tatumfang und Beweislage und stimmen Straf- und Zivilseite aufeinander ab.
Ziel ist, das Verfahren möglichst früh und ohne Hauptverhandlung zu beenden. Wir beraten auf Deutsch und Türkisch.
- Prüfung von Vorladung, Anhörungsbogen oder Strafbefehl
- Akteneinsicht und Bewertung der Beweislage
- Stellungnahme mit dem Ziel der Einstellung oder Einspruch
- Abwehr überhöhter zivilrechtlicher Forderungen
- Telefon+49 30 611 01 86-20Eine erste Einschätzung meist schon im ersten Gespräch
- E-Mailkanzlei@ihgp-recht.deSenden Sie uns Vorladung, Anhörungsbogen oder Strafbefehl als Scan
- KanzleiZimmerstraße 26-27, 10969 BerlinTermine nach Vereinbarung
Quellen
Sämtliche Angaben wurden am 30. September 2026 anhand der geltenden Gesetzesfassungen, der veröffentlichten Entscheidungen und der genannten Mitteilungen überprüft. Maßgebend ist der amtliche Wortlaut.
- EuGH (Zweite Kammer), Urteil vom 26.04.2017 - C-527/15 (Stichting Brein/Wullems, „Filmspeler“), ECLI:EU:C:2017:300, Rn. 63 bis 72 und Tenor Nr. 2; amtlicher Text auf EUR-Lex.
- Urheberrechtsgesetz (UrhG) §§ 16, 44a, 53, 87, 94, 95, 97, 97a, 101, 106, 108, 108a, 109; Strafprozessordnung (StPO) §§ 55, 133, 136, 147, 153, 153a, 163, 163a, 170, 374, 376, 410; Strafgesetzbuch (StGB) §§ 16, 17, 40, 78, 261; Bundeszentralregistergesetz (BZRG) § 32; jeweils in der am 30. September 2026 geltenden Fassung.
- EuGH (Große Kammer), Urteil vom 04.10.2011 - C-403/08 und C-429/08 (Football Association Premier League u. a.), ECLI:EU:C:2011:631, Rn. 96 bis 99, 168 bis 172 und Tenor Nr. 6; EuZW 2012, 466; GRUR Int 2011, 1063.
- LG Köln, Beschluss vom 24.01.2014 - 209 O 188/13 (zivilrechtliches Auskunftsverfahren, „Redtube“), wiedergegeben nach LTO vom 27.01.2014.
- Solinger Nachrichten, „Illegales IPTV im Fokus: Staatsanwaltschaft Wuppertal warnt vor unterschätzten Risiken“, 15.04.2026, mit Aussagen von Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert; solinger-nachrichten.de.
- Polizei Köln, Pressemitteilung vom 27.03.2025 zur Durchsuchung bei einem Anbieter illegal weiterverbreiteter Streaming-Inhalte; presseportal.de.
- Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, Pressemitteilung Nr. 15/2025 vom 18.07.2025 (illegales Streaming); justiz.bayern.de.
- dts Nachrichtenagentur, „Tausenden Nutzern illegaler IPTV-Plattformen droht Strafverfahren“, 25.06.2026, mit Angaben der Staatsanwaltschaften Duisburg, Köln und Siegen; it-fachportal.de.
- turi2, „Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland ermitteln gegen Nutzer von illegalen Streaming-Diensten“, 25.06.2026, unter Berufung auf bild.de; turi2.de.
- High Court (Irland), Norwich-Pharmacal-Anordnung vom 25.03.2026 gegen Revolut Bank UAB, berichtet von BreakingNews.ie am 25.03.2026; zu den Schreiben an Nutzer The Irish Times vom 19.05.2026.
Dieser Beitrag gibt den Rechtsstand vom 30. September 2026 wieder und dient der allgemeinen Unterrichtung. Er ersetzt keine Beratung im Einzelfall.
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Wir prüfen Vorwurf, Beweislage und Fristen und sagen Ihnen, wie Sie jetzt reagieren sollten.
Kaçak IPTV.
Kullanıcı ne zaman suç işler?
§§ 106, 108, 109 UrhG · ABAD C-527/15 · §§ 374, 410 StPO · Durum: 30 Eylül 2026
Bundesliga, Şampiyonlar Ligi ve tüm ücretli TV programı ayda birkaç avroya: Bu tür IPTV paketlerinin arkasında kural olarak lisans sahibi bir yayıncı yoktur. İşletmecilere yönelik aramalardan sonra savcılıklar artık ele geçirilen müşteri verilerini de inceliyor ve kullanıcılar hakkında soruşturma başlatıyor. Bu yazıda, yalnızca izlemenin ne zaman suç oluşturduğunu, somut olarak nelerle karşılaşabileceğinizi ve ifadeye çağrı, ceza kararnamesi (Strafbefehl) veya ihtarname karşısında nasıl hareket etmeniz gerektiğini açıklıyoruz. Çoğu zaman ilk günler belirleyicidir.
İlk görüşme için randevu →- İzinsiz sunulan içeriklerin yayın yoluyla izlenmesi, geçici kopya istisnası bakımından hukuka uygun kullanım sayılmaz1
- §§ 106, 108 UrhG: üç yıla kadar hapis veya adli para cezası
- Kovuşturma kural olarak şikayete bağlıdır, § 109 UrhG
- Ceza kararnamesine itiraz: tebliğden itibaren iki hafta içinde
Altı başlıkta en önemli noktalar.
Yayın izlemek çoğaltmadır
Yayın izlenirken cihaz, programın parçalarını sürekli olarak geçici belleğe kaydeder. Çoğaltma hakkı geçici kopyaları da açıkça kapsar (§ 16 Abs. 1 UrhG).2 Sonunda bir dosyanın kayıtlı kalıp kalmaması bu nedenle belirleyici değildir.
Yasa dışı kaynakta istisna yok
Geçici kopyalar § 44a UrhG uyarınca yalnızca hukuka uygun kullanım için serbesttir; § 53 UrhG'deki özel kopya istisnası ise açıkça hukuka aykırı bir kaynak için geçerli değildir. ABAD 2017'de, izinsiz yayın sitelerine önceden yüklenmiş bağlantılar içeren bir medya oynatıcısı için, bu sırada oluşan geçici çoğaltmaların bu istisnaya girmediğine karar verdi.1
Film eserdir, futbol maçı değil
Filmler ve diziler eserdir; burada § 106 UrhG uygulanır. ABAD'a göre bir futbol maçının kendisi eser değildir.3 Ancak yayın kuruluşlarının ve film yapımcılarının bağlantılı hakları korunur (§§ 87, 94, 95 UrhG). Bu haklara yönelik ihlalleri § 108 UrhG cezalandırır.
Telif hukukunda yalnızca kasıt
Kullanıcının, içeriğin hukuka aykırı kaynaklı olduğunu en azından mümkün görmesi ve bunu göze alması gerekir. Suçun kanuni tanımındaki bir unsuru bilmeyen kişi kasten hareket etmiş sayılmaz (§ 16 StGB). Yalnızca yasağı bilmeyen kişinin kusuru ise ancak hatası kaçınılmaz ise ortadan kalkar (§ 17 StGB).
Şikayet ve şahsi dava
§§ 106 ila 108 UrhG kapsamındaki suçlar kural olarak şikayet üzerine kovuşturulur; savcılık özel bir kamu yararı görürse resen de harekete geçebilir (§ 109 UrhG). Bu suçlar ayrıca şahsi dava (Privatklage) yoluyla takip edilebilir (§ 374 Abs. 1 Nr. 8, § 376 StPO). Sürekli gelir elde etmek amacıyla (gewerbsmäßig) işlenen § 108a UrhG suçu için bu kurallar geçerli değildir.
Özel hukuk sonuçları
Ceza soruşturmasından bağımsız olarak hak sahipleri ihlalin durdurulmasını ve tazminat talep edebilir (§ 97 UrhG). Hak sahibi, kendisine karşı henüz ihlali tekrarlamama yükümlülüğü altına girmemiş özel bir kişiye ihtarname gönderirse, karşı taraftan istenebilecek avukatlık ücreti kural olarak 1.000 avroluk konu değeri (Gegenstandswert) üzerinden hesaplanır (§ 97a Abs. 3 UrhG).
Gri alandan cezai sorumluluğa
Uzun süre, yalnızca yayın izlemenin kalıcı bir kopya oluşmadığı için hukuken sonuçsuz olduğu düşünüldü. Köln Eyalet Mahkemesi (LG Köln) 2014'te hukuk yargılamasındaki bir bilgi talebi dosyasında bu görüşe yaklaştı, ancak bunu yalnızca açıkça hukuka aykırı biçimde üretilmemiş veya erişime açılmamış kaynaklar için kabul etti.4
Belirleyici olan kaynaktır. Avrupa Birliği Adalet Divanı 2011'de, başka bir üye devletten gelen bir yayının orada verilmiş bir dekoder kartıyla izlenmesini hukuka uygun kullanım saymıştı, çünkü yayının özel çevrede yalnızca izlenmesi, uygulanacak mevzuatla sınırlanmış bir fiil değildir.3 2017'de ise, önceden yüklenmiş ek programlar içeren bir medya oynatıcısı için şu kararı verdi: Bununla kural olarak isteyerek ve durumu bilerek ücretsiz, izinsiz bir içerik sunumuna erişen kişi, eserleri hukuka uygun biçimde kullanmış olmaz. Bu sırada oluşan geçici çoğaltmalar eserlerin olağan kullanımını olumsuz etkileyebilir ve istisnadan yararlanamaz.1 Kullanıcı hizmetin lisanssız olduğunu fark ediyorsa, bu değerlendirmenin ücretli kaçak aboneliklere de uygulanması muhtemeldir. Erişim için ödeme yapılmış olması somut olayda hizmetin yasal sanıldığına işaret edebilir; göze batan düşük bir fiyat ise daha çok aksini gösterir.
Yalnızca izlemenin cezai sorumluluğu hakkında bir Alman ceza mahkemesinin yayımlanmış kararı şu ana kadar bilgimiz dahilinde değildir. Bu durum soruşturma başlatılmasını engellemez; ancak savunmaya, örneğin fiilin kapsamı veya canlı spor yayınlarının hukuki niteliği bakımından somut olaya göre itiraz imkanı bırakır.
- Geçici kopyalar çoğaltmadır, § 16 UrhG
- § 44a UrhG yalnızca hukuka uygun kullanımda
- § 53 UrhG açıkça hukuka aykırı kaynakta uygulanmaz
- Cezai sorumluluk için belirleyici olan, kullanıcının neyi bildiği veya mümkün gördüğüdür
Fiyat, paket kapsamı ve satış yolu birer emaredir: Hizmetin lisanssız olduğunu ne kadar açık gösteriyorlarsa, kastın bulunmadığını ileri sürmek o kadar zorlaşır.
Kullanıcıyı neler bekliyor?
§ 106 ve § 108 UrhG üç yıla kadar hapis veya adli para cezası öngörür; teşebbüs de cezalandırılır. Sürekli gelir elde etmek amacıyla (gewerbsmäßig) hareket edilmesi halinde § 108a UrhG cezanın üst sınırını beş yıla çıkarır. Bu durum özellikle işletmecileri ve bayileri ilgilendirir, ancak erişimleri tekrar tekrar para karşılığında başkalarına veren kullanıcıları da kapsayabilir.
Wuppertal Savcılığı'ndan bir kıdemli savcının (Oberstaatsanwalt) Nisan 2026'daki açıklamasına göre, yalnızca izleyen kullanıcılar için birçok durumda adli para cezasıyla yetiniliyor; bayilere ise neredeyse yalnızca hapis cezası veriliyor.5 Adli para cezası gün birimi üzerinden belirlenir: en az beş, en fazla 360 gün. Bir günün karşılığı kural olarak net gelire göre hesaplanır (§ 40 StGB).
90 günü aşmayan bir adli para cezası, sicilde başka bir ceza kayıtlı değilse sabıka kaydı belgesine (Führungszeugnis) yazılmaz (§ 32 Abs. 2 Nr. 5 BZRG). Dava zamanaşımı beş yıldır (§ 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB).
- Üç yıla kadar hapis veya adli para cezası, §§ 106, 108 UrhG
- Sürekli gelir amacında beş yıla kadar, § 108a UrhG
- Suç gelirlerini aklama: beş yıla kadar, § 261 StGB
- Adli para cezası: 5 ila 360 gün, § 40 StGB
- Dava zamanaşımı: beş yıl, § 78 StGB
Bir adli para cezası da oturum izni veya vatandaşlık süreçlerinde önem taşıyabilir. Bu husus herhangi bir adım atılmadan önce birlikte değerlendirilmelidir.
IPTV nedeniyle ifadeye çağrı, ifade formu veya ceza kararnamesi mi aldınız?
Dosya incelenmeden açıklama yapmayın. Hangi sürelerin işlediğini size söyleyelim.
Sunucudan müşteriye
Başlangıç noktası çoğunlukla işletmeciler ve bayiler hakkındaki soruşturmalardır. Köln'deki bir sağlayıcının yönetici paneli (Admin-Panel) Mart 2025'te yaklaşık 4.000 kayıtlı kullanıcı gösteriyordu; polisin açıklamasına göre tespit edilen tüm kullanıcılar hakkında da ceza soruşturması yürütülecek.6 Bamberg Genel Savcılığı ise Temmuz 2025'te, çökertilen bir IPTV hizmetinin müşterilerinin de soruşturma başlatılmasını beklemeleri gerektiğini duyurdu.7
dts haber ajansının 25 Haziran 2026 tarihli haberine göre Duisburg Savcılığı yaklaşık 500 kullanıcı hakkında § 108 UrhG şüphesiyle ayrı soruşturmalar başlattı. Aynı habere göre Köln Savcılığı, geçen yıl Köln'deki bir sağlayıcıya yapılan baskından sonra bu sağlayıcının müşterileri hakkında yaklaşık 4.000 soruşturma bekliyor; burada isnat, § 261 StGB kapsamında suç gelirlerini aklama (Geldwäsche) şüphesidir.8 turi2'nin bild.de'ye dayanan aynı günkü haberine göre Bavyera Siber Suçlar Merkezi (Zentralstelle Cybercrime Bayern) 1.000'den fazla şüpheli tespit etti.9
Suç gelirlerini aklama isnadında ceza üst sınırı beş yıl hapistir (§ 261 Abs. 1 StGB); bu suçta yasa dışı kaynağı ağır ihmalle (leichtfertig) fark etmemek de cezalandırılabilir (§ 261 Abs. 6 StGB). Ücret karşılığı yayın erişimi almanın bu suçu oluşturup oluşturmadığı, savunmanın temel sorularından biridir.
- Veriler hukuka uygun şekilde elde edildi mi ve kullanılabilir mi?
- Erişim size şahsen atfedilebiliyor mu?
- Hangi içerikler ne zaman gerçekten izlendi?
- Somut olarak hangi suç isnat ediliyor?
Şikayet şartı ve şahsi dava yolu yalnızca §§ 106 ila 108 UrhG'deki telif suçları için geçerlidir; suç gelirlerini aklama isnadı için geçerli değildir.
İhtarname ve bilgi talebi
Ceza soruşturmasının yanında hak sahipleri ihlalin durdurulmasını ve kusur varsa tazminat isteyebilir (§ 97 UrhG). Hak sahibi, kendisine karşı henüz ihlali tekrarlamama yükümlülüğü altına girmemiş özel bir kişiye ihtarname gönderirse, karşı taraftan istenebilecek avukatlık ücreti kural olarak 1.000 avroluk konu değeri (Gegenstandswert) üzerinden hesaplanır (§ 97a Abs. 3 UrhG).
Kullanıcıların tespiti için § 101 UrhG, açık bir hak ihlali varsa veya dava açılmışsa, ihlal faaliyetlerinde kullanılan hizmetleri ticari ölçekte sunan üçüncü kişilere karşı da bilgi alma hakkı tanır. İrlanda'da High Court, Mart 2026'da bir ödeme hizmeti sağlayıcısını bir IPTV hizmetinin 304 abonesi ile on bayisinin bilgilerini vermekle yükümlü kıldı; Mayıs 2026'da Sky, yaklaşık 200 kişiden ihlali tekrarlamama taahhüdü vermelerini istedi.10 Almanya'dan benzer, yayımlanmış bir karar şu ana kadar bilgimiz dahilinde değildir.
- İhlali tekrarlamama taahhüdünü incelemeden imzalamayın
- § 97a Abs. 3 UrhG ücret sınırını kontrol edin
- İhtarnamedeki süreleri not edin
- Ceza soruşturmasına etkisini de düşünün
Ceza ve özel hukuk boyutu birbirini etkiler: Hak sahibine yapılan bir açıklama, ceza soruşturmasında delil olarak önem kazanabilir.
Mektup geldiğinde
Şüpheli olarak olay hakkında açıklama yapmak zorunda değilsiniz; bu hak size ifadeden önce hatırlatılmalıdır (§ 136 Abs. 1 Satz 2 StPO). Şüpheli sıfatıyla polisin ifadeye çağrısına gitmek zorunda değilsiniz. Savcılığın (§ 163a Abs. 3 Satz 1 StPO) veya mahkemenin (§ 133 StPO) çağrısına ise uymanız gerekir; orada da olay hakkında açıklama yapmak zorunda değilsiniz. Tanık olarak çağrıldıysanız ve çağrı savcılığın talimatına dayanıyorsa polise de gitmeniz gerekir (§ 163 Abs. 3 StPO); sizi suçlayabilecek sorulara cevap vermeyebilirsiniz (§ 55 StPO). Bu nedenle önce hangi sıfatla çağrıldığınızı netleştirin.
Dosya incelemesini müdafi yapar (§ 147 StPO). Hangi verilerin bulunduğunu ve bunların size nasıl atfedildiğini ancak dosya gösterir. Ceza kararnamesine tebliğden itibaren iki hafta içinde itiraz edilebilir; süresinde itiraz edilmezse kararname kesinleşmiş bir hükümle aynı etkiyi doğurur (§ 410 StPO).
Arama sırasında arama kararının size verilmesini isteyin, olay hakkında açıklama yapmayın ve bir müdafi ile iletişime geçin. Soruşturmadan haberdar olduktan sonra veri silmeyin ve belge imha etmeyin.
- Önce netleştirin: şüpheli mi, tanık mı?
- Dosya incelenmeden olay hakkında açıklama yok
- Şüpheli olarak polis çağrısı: gitme zorunluluğu yok
- Ceza kararnamesi: iki hafta içinde itiraz
- Belgeleri ve ödeme kayıtlarını saklayın
Savunmada belirleyici noktalar
Savunmanın odağında kast vardır: Kullanıcı, hizmetin lisanssız olduğunu biliyor muydu ya da en azından bunu mümkün görüp göze aldı mı? Fiyat, paket kapsamı ve satış kanalı bu konuda yalnızca birer emaredir. Fiilin kapsamı da aynı derecede önemlidir: Bir erişime sahip olmak, hangi korunan içeriklerin ne zaman gerçekten izlendiğini tek başına göstermez.
Buna delil ve usul soruları eklenir: Müşteri ve ödeme verileri belirli bir kişiyi kesin olarak gösteriyor mu? Geçerli bir şikayet var mı veya savcılık özel kamu yararını kabul etti mi (§ 109 UrhG)? Sonuca göre yeterli şüphe bulunmadığı için soruşturmanın sona erdirilmesi (§ 170 Abs. 2 StPO), kusurun azlığı nedeniyle sona erdirilmesi (§ 153 StPO), yükümlülükler karşılığında sona erdirilmesi (§ 153a StPO) veya şahsi dava yoluna yönlendirme (§ 376 StPO) gündeme gelebilir.
- Yeterli şüphe yoksa sona erdirme, § 170 Abs. 2 StPO
- Kusur az ise sona erdirme, § 153 StPO
- Yükümlülük karşılığında sona erdirme, § 153a StPO
- Şahsi dava yoluna yönlendirme, § 376 StPO
Hangi çözümün mümkün olduğu dosyaya, geçmişe ve fiilin kapsamına bağlıdır. Güvenilir bir değerlendirme ancak dosya incelendikten sonra yapılabilir.
Uygulamadan sorular.
Kaçak IPTV üzerinden yayın izlemek suç mu?
Değerlendirmemize göre evet, kullanıcı hizmetin lisanssız olduğunu biliyor veya en azından bunu mümkün görüp göze alıyorsa. Yayın izlenirken geçici çoğaltmalar oluşur (§ 16 UrhG). ABAD'a göre geçici kopya istisnası izinsiz sunulan içeriklerde uygulanmaz (§ 44a UrhG; ABAD, 26.04.2017 tarihli karar - C-527/15); özel kopya istisnası ise açıkça hukuka aykırı bir kaynakta geçerli değildir (§ 53 UrhG). İçeriğe göre § 106 veya § 108 UrhG gündeme gelir. Yalnızca izleme hakkında yayımlanmış bir ceza mahkemesi kararı şu ana kadar bilgimiz dahilinde değildir.
Kullanıcı olarak hangi cezayla karşılaşabilirim?
Kanun üç yıla kadar hapis veya adli para cezası, sürekli gelir elde etmek amacıyla hareket edilmesi halinde beş yıla kadar hapis öngörür (§§ 106, 108, 108a UrhG). Suç gelirlerini aklama şüphesiyle soruşturma yürütülürse üst sınır yine beş yıldır (§ 261 StGB). Wuppertal Savcılığı'ndan bir kıdemli savcının açıklamasına göre yalnızca izleyen kullanıcılar için birçok durumda adli para cezasıyla yetiniliyor. Erişimleri satan kişiler çok daha ağır cezalarla karşılaşabilir.
Polisin ifadeye çağrısına gitmek zorunda mıyım?
Şüpheli olarak hayır. Yalnızca savcılığın veya mahkemenin çağrısı üzerine hazır bulunmakla yükümlüsünüz (§ 163a Abs. 3 Satz 1, § 133 StPO); orada da olay hakkında açıklama yapmak zorunda değilsiniz. Tanık olarak çağrıldıysanız ve çağrı savcılığın talimatına dayanıyorsa polise de gitmeniz gerekir (§ 163 Abs. 3 StPO). Her açıklamadan önce bir müdafiin dosyayı incelemesi yerinde olur.
Ceza kararnamesi tebliğ edildikten sonra ne kadar sürem var?
Tebliğden itibaren iki hafta. Süresinde itiraz edilmezse ceza kararnamesi kesinleşmiş bir hükümle aynı etkiyi doğurur (§ 410 StPO). Süresinde yapılan bir itiraz, dosyayı ve isnadı sakin bir şekilde incelemek için zaman kazandırır.
Mahkumiyet sabıka kaydı belgesinde görünür mü?
90 günü aşmayan bir adli para cezası, sicilde başka bir ceza kayıtlı değilse sabıka kaydı belgesine (Führungszeugnis) yazılmaz (§ 32 Abs. 2 Nr. 5 BZRG). Önceki kayıtlar veya daha yüksek cezalar varsa bu istisna uygulanmaz.
Hak sahipleri ayrıca para talep edebilir mi?
Evet. Ceza soruşturmasından bağımsız olarak ihlalin durdurulması ve tazminat talep edilebilir (§ 97 UrhG). Hak sahibi, kendisine karşı henüz ihlali tekrarlamama yükümlülüğü altına girmemiş özel bir kişiye ihtarname gönderirse, karşı taraftan istenebilecek avukatlık ücreti kural olarak 1.000 avroluk konu değeri (Gegenstandswert) üzerinden hesaplanır (§ 97a Abs. 3 UrhG). Hazır bir taahhütname imzalanmadan önce incelenmelidir.
Size nasıl eşlik ediyoruz.
Kaçak yayın hizmetlerinin kullanıcılarına yönelik soruşturmalar görece yenidir ve savcılıkların uygulaması farklılık gösteriyor. Dosyayı inceliyor, kastı, fiilin kapsamını ve delil durumunu değerlendiriyor, ceza ve hukuk boyutunu birbirine uyumlu şekilde yürütüyoruz.
Amacımız, süreci mümkün olduğunca erken ve duruşmaya gerek kalmadan sonuçlandırmaktır. Danışmanlığı Almanca ve Türkçe sunuyoruz.
- İfadeye çağrı, ifade formu veya ceza kararnamesinin incelenmesi
- Dosya incelemesi ve delil durumunun değerlendirilmesi
- Soruşturmanın sona erdirilmesi hedefiyle beyan veya itiraz
- Aşırı özel hukuk taleplerine karşı savunma
- Telefon+49 30 611 01 86-20İlk değerlendirme çoğu kez ilk görüşmede
- E-postakanzlei@ihgp-recht.deÇağrı kağıdını, ifade formunu veya ceza kararnamesini taranmış olarak gönderiniz
- BüroZimmerstraße 26-27, 10969 BerlinRandevu ile görüşme
Kaynaklar
Bütün bilgiler 30 Eylül 2026 tarihinde yürürlükteki kanun metinleri, yayımlanmış kararlar ve belirtilen açıklamalar esas alınarak kontrol edilmiştir. Esas olan resmi metindir.
- ABAD (İkinci Daire), 26.04.2017 tarihli karar - C-527/15 (Stichting Brein/Wullems, „Filmspeler“), ECLI:EU:C:2017:300, paragraf 63 ila 72 ve hüküm fıkrası 2; EUR-Lex üzerindeki resmi metin.
- Telif Hakkı Kanunu (Urheberrechtsgesetz, UrhG) §§ 16, 44a, 53, 87, 94, 95, 97, 97a, 101, 106, 108, 108a, 109; Ceza Muhakemesi Kanunu (StPO) §§ 55, 133, 136, 147, 153, 153a, 163, 163a, 170, 374, 376, 410; Ceza Kanunu (StGB) §§ 16, 17, 40, 78, 261; Federal Merkezi Sicil Kanunu (BZRG) § 32; her biri 30 Eylül 2026 tarihinde yürürlükteki haliyle.
- ABAD (Büyük Daire), 04.10.2011 tarihli karar - C-403/08 ve C-429/08 (Football Association Premier League ve diğerleri), ECLI:EU:C:2011:631, paragraf 96 ila 99, 168 ila 172 ve hüküm fıkrası 6; EuZW 2012, 466; GRUR Int 2011, 1063.
- Köln Eyalet Mahkemesi (LG Köln), 24.01.2014 tarihli karar - 209 O 188/13 (hukuk yargılamasında bilgi talebi, „Redtube“); LTO, 27.01.2014 aktarımına göre.
- Solinger Nachrichten, „Illegales IPTV im Fokus: Staatsanwaltschaft Wuppertal warnt vor unterschätzten Risiken“, 15.04.2026, Kıdemli Savcı Wolf-Tilman Baumert'in açıklamalarıyla; solinger-nachrichten.de.
- Köln Polisi, 27.03.2025 tarihli basın açıklaması (yasa dışı yayın içerikleri sağlayan bir kişiye yönelik arama); presseportal.de.
- Bamberg Genel Savcılığı (Generalstaatsanwaltschaft Bamberg), 18.07.2025 tarihli 15/2025 sayılı basın açıklaması; justiz.bayern.de.
- dts haber ajansı, „Tausenden Nutzern illegaler IPTV-Plattformen droht Strafverfahren“, 25.06.2026, Duisburg, Köln ve Siegen savcılıklarının açıklamalarıyla; it-fachportal.de.
- turi2, „Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland ermitteln gegen Nutzer von illegalen Streaming-Diensten“, 25.06.2026, bild.de kaynaklı; turi2.de.
- İrlanda High Court, Revolut Bank UAB aleyhine 25.03.2026 tarihli Norwich Pharmacal kararı, BreakingNews.ie, 25.03.2026; kullanıcılara gönderilen mektuplar için The Irish Times, 19.05.2026.
Bu yazı 30 Eylül 2026 tarihli hukuki durumu yansıtır ve genel bilgilendirme amaçlıdır. Somut olaya ilişkin danışmanlığın yerine geçmez.
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